Lawinenrucksack Pieps Jetforce Praxistest

Ich hab schon lange die Entwicklung der Lawinen Airbags im Auge. Ich habe alte und neue Modelle verglichen und auf Neuentwicklungen gewartet. Bis jetzt konnte mir nur ein Rucksack all die Funktionen liefern, die ich haben wollte. Diesen will ich Euch hier vorstellen: Der Pieps Jetforce Tour 24.

Vom Pieps Jetforce gibt es drei Modelle mit unterschiedlicher Größe und Design. Wobei sich das Design der Rucksäcke nur leicht zwischen den verschiedenen Modellen unterscheidet. Die Rucksäcke gibt es in den Farben Rot und Gelb.

  • Pieps Jetforce 34 Pro, 3500 Gramm
  • Pieps Jetforce 24 Tour, 3400 Gramm
  • Pieps Jetforce 10 Rider, 3300 Gramm

Die Rucksäcke unterscheiden sich im Volumen, aber nicht in der Technik. Alle Modelle besitzen den gleichen Airbag, Akku und die gleiche Turbine. Ich habe mich für den Jetforce 24 Tour in Gelb entschieden.

Warum hab ich mich für den Jetforce entschieden

Aufgrund der folgenden Punkte habe ich mich für den Pieps Jetforce entschieden:

  • Turbine und Akku anstatt einer Kartusche
  • mehrfache Auslösung dank Akku möglich (4-5-mal)
  • bei Löchern wird dank des Gebläses immer wieder Luft in den Airbag geblasen
  • Mitnahme des Rucksacks ins Flugzeug erlaubt
  • keine entstehenden Kosten durch Üben

Pieps Jetforce erster Eindruck

Der Jetforce ist sehr hochwertig verarbeitet, was man bei den eher hohen Anschaffungskosten auch erwarten darf. Bis jetzt hatte ich nur Toploader da der Pieps Jetforce aber ein Backloader ist, musste ich mich etwas umgewöhnen. Ein Backloader hat Vorteile aber auch Nachteile. Allerdings ist das eine persönliche Vorliebe oder auch nicht. Ich hab keine Probleme damit.

Auf der Vorderseite befinden sich zwei Fächer. Eines ist groß genug um z.B. Brille, Handschuhe o.ä. zu verstauen und eines für die Notfallausrüstung. Weiters gibt es noch ein kleines Fach unten an der Außenseite und eines am Hüftgürtel. Diese zwei Fächer fallen aber eher klein aus. Auf der anderen Seite des Hüftgurtes gibt es eine Tasche, in der sich ein gelbes Band befindet. Dieses Band wird zwischen den Beinen durchgeführt um ein Hochziehen des Rucksacks über den Kopf zu verhindern.

Im Inneren des Rucksacks lässt sich die Unterseite des Akkus und die Turbine sehen. Auf der Oberseite und links und rechts am Rucksack lässt sich der Airbag gut erkennen. Neben dem Akku befindet sich noch ein zweites kleines Fach, indem sich der Anschluss für das Netzteil befindet.

Das Fach am Schultergurt fällt sofort ins Auge. Dort befindet sich der Auslöser. Der Auslösemechanismus lässt sich leicht verstauen und ebenso schnell wieder herausnehmen. Auf dem Hebel befindet sich der Knopf zum Ein- und Ausschalten, sowie sechs LED’s, welche die Ladung und den Status anzeigen. Hier empfiehlt es sich, die Anleitung zu lesen.

Pieps Jetforce Praxistest

Bekanntlich sagt ein kurzes Video mehr als tausend Worte. Deshalb hier ein Video, das die wichtigsten Fakten des Rucksacks erklärt. Nachdem der Auslösegriff gezogen wurde und der Airbag sich aufgeblasen hat, pumpt das System immer wieder Luft nach. So verliert der Airbag auch bei Löchern nicht sein Volumen. Nach 3 Minuten wird der Airbag automatisch entleert und wechselt von selbst in den einsatzbereiten Modus zurück.

Am Tragekomfort lässt sich nichts aussetzen. Hier gibt es für jeden den passenden Rucksack da es diese in Large oder Medium gibt. Der Unterschied bezieht sich auf die Rückenlänge. Bei einer Rückenlänge von 41-48 cm empfiehlt Pieps die Größe Medium, bei einer Rückenlänge von 47-55 cm wird Large empfohlen. So wird der perfekte Sitz des Rucksacks gewährleistet.

Wünsche und Nachteile des Pieps Jetforce

Einen Alleskönner gibt es nicht. Auch der Pieps Jetforce muss ein paar Minuspunkte einfahren. Der Rucksack ist mit ca. 3400 Gramm im Vergleich zu anderen Systemen kein Leichtgewicht. Was sicher dem mächtigen Akku zur Last gelegt werden kann. Für mich persönlich stellt das Gewicht des Rucksacks kein Problem dar. Eben weil der Jetforce mit Akku betrieben wird, hat er viele Vorteile gegenüber einem System mit Kartusche.

Eines würde ich mir aber noch wünschen. Da im Rucksack ein Akku verbaut ist, fände ich es toll, wenn am Schultergurt des Rucksacks vielleicht eine LED angebracht werden könnte, die bei einer Auslösung beginnt zu Leuchten. Dieses Extra könnte unter Umständen bei einer Verschüttung sehr hilfreich sein.

Auch der Kaufpreis des LVS-Rucksacks ist mit ca. 1000 Euro nicht gering. Wer so wie ich auf ein Angebot warten kann, bekommt ihn um ca 800 Euro. Mir ist die Investition in so ein System, trotz des hohen Anschaffungspreis, allemal wert.

Fazit

Ich denke die Anschaffung des Jetforce war eine sehr gute Entscheidung und ich fühle mich sehr wohl damit. Auch die Entscheidung für die „nur“ 24 Liter Packvolumen hab ich nicht bereut. Durch den Airbag, die Turbine und den Akku wird der Rucksack schon um einiges größer. Nach dem Lesen der Anleitung bleiben keine Fragen mehr offen. Die Bedienung ist kinderleicht und ich glaube, jeder kann mit dem Rucksack umgehen. Ich bin sehr zufrieden und hoffe, dass ich den Lawinenairbag niemals brauchen werde.

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