Burgenland Extrem 2018 Rückblick

Am 26.01.2018 war es wieder so weit. Im Burgenland trafen sich mehr als dreitausend Leute um sich einer großen Herausforderung, der 24h Burgenland-Extrem Tour 2018, zu stellen. Einmal um den Neusiedlersee und das in vierundzwanzig Stunden. Dieses Vorhaben alleine ist schon mehr als beeindruckend, aber das ganze dann noch mitten im Winter zu absolvieren, machte das ganze noch interessanter. Wir wussten nicht wirklich was beim Burgenland Extrem auf uns zu kam, außer dass es möglicherweise ziemlich kalt werden könnte. Aber egal! So haben wir uns angemeldet und machten uns am 25.01.2018 auf den Weg nach Oggau, wo sich auch der Start für die 120 Kilometer Distanz befand.

25.01.2018 der tag vor dem Burgenland Extrem

Wir haben uns wie sehr viele andere Mitstreiter schon am 25.01.2018 auf den Weg gemacht um vorher wenigstens noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Dank der super Organisation und der Unterstützung der Stadt konnten wir sogar mit dem Camper anreisen und vor Ort Campen. Sogar der Strom wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt. Hier nochmal ein großes und herzliches Dankeschön an die Stadt Oggau. Der Stellplatz konnte sich auf jedenfall sehen lassen – wir fühlten uns ein bisschen wie im Urlaub.

Nach der Anreise traten wir mit den Fahrrädern um 17:00 Uhr den Weg zum Gemeindeamt in Oggau an, wo unsere Starterpakete schon auf uns gewartet haben. Dann gönnten wir uns noch ein leckeres Abendessen auf der Kaiserschmarrn-Party und lauschten dem Briefing der Burgenland Extrem Tour. Danach machten wir uns mit voller Wampe wieder auf den Weg zurück zu unserem Camper, um noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen.

26.01.2018 Start des Burgenland Extrem 2018

Der Start zur Burgenland Extrem Tour war für 04:30 angesetzt. Zuvor holten wir uns noch ein stärkendes Frühstück das von 01:00 bis 04:00 vom Veranstalter zur Verfügung gestellt wurde. Langsam sammelte sich das gesamte Starterfeld vor dem Gemeindeamt in Oggau und wartete auf den Startschuss. Pünktlich um 04:30 war es dann endlich so weit und eine riesige Schlange aus Stirnlampen machte sich auf den Weg den Neusiedler See einmal zu umrunden.

Es wurde endlich hell

Nach etwa viereinhalb Stunden und Zweiundvierzig gelaufenen Kilometern von Oggau nach Sarród drosselten wir etwas das Tempo und versuchten Energie zu sparen. Immerhin hatten wir noch achtzig Kilometer vor uns. Auch das eine oder andere Wehwehchen schlich sich langsam ein. Später ist man aber immer schlauer. Wenn wir nur gewusst hätten was noch auf uns zu kommt 🙂 .

Ein Stück für den Kopf

Der Weg von Sarród nach Apetlon stellte sich für uns als die schlimmste Stelle auf der gesamten Burgenland Extrem Tour heraus. Man konnte ewig weit sehen und die Straßen nahmen kein Ende. Aber da wir zu zweit starteten, konnten wir mit Gesprächen über die eigene Dummheit die Stimmung immer wieder heben 🙂 So erreichten wir dann auch die magische Grenze und die Hälfte der gesamten Strecke in Apetlon. Hier wurde eine etwas größere Labestation eingerichtet bei der uns Frankfurter Würste inklusive Semmel bereitgestellt wurde. Vermisst haben wir an dieser Stelle Obst und Getränke – einfach irgendetwas um die Speicher wieder zu befüllen.

So schön es gewesen wäre dort einfach sitzen zu bleiben, wir mussten weiter. Auch der Weg nach Podersdorf erwies sich wie erwartet als nicht einfacher. Die Energiereserven verschwanden nach und nach und uns kam zum ersten Mal der Gedanke aufzugeben. Im Seecafe in Podersdorf war für meinen Freund und Begleiter dann leider Schluss. Hier nochmal größten Dank für den Beistand und den letzten Arschtritt alleine noch weiter zu machen und versuchen zu finishen. Ich machte mich dann auf den Weg nach Neusiedl am See in der Hoffnung dort doch noch ordentliche Verpflegung zu bekommen. Hätte es dort nicht so ein riesen Aufgebot an Nahrung gegeben, wäre spätestens hier für mich die Tour ebenso vorbei gewesen.

Es wurde wieder dunkel

Burgenland Extrem 2018

Der letzte Blick auf die Uhr bevor der Akku ein paar Kilometer weiter am Ende war

Wieder gestartet von Neusiedl am See war ich nur noch auf Sparflamme unterwegs. Es war schon lange wieder dunkel, ich hatte keine Luste mehr Fotos zu machen, geschweige denn mich mit irgendjemandem zu unterhalten. Ich wollte einfach nur noch die Tour beenden. Die letzten Kilometer haben gefühlt nochmal so lange gedauert wie die gesamte bisher absolvierte Strecke.

Irgendwo kurz vor Purbach am Neusiedlersee machte meine Uhr dann endgültig schlapp und ich kann meine Zeit nur noch schätzen. Im Ziel angekommen schnappte ich mir noch die Medaille und verschwand mit schweren Beinen im Shuttlebus der mich zu unserem Camper gebracht hat.

Fazit zum Burgenland Extrem 2018

Eine Veranstaltung für Jedermann und -frau, der oder die gerne an seine Grenzen oder darüber hinaus geht. Die Strecke die gemeistert werden muss ist nicht ohne und das Wetter kann einem ganz schön zusetzten. Allerdings sollte man sich landschaftlich nicht zu viel erwarten, die Jahreszeit und das ewig flache Burgenland machen es mental zur starken Herausforderung – besonders für Läufer die sich lieber in den Bergen aufhalten. Ein kleiner Kritikpunkt der Veranstaltung waren die Labestationen. Hier sollten die Angebote noch etwas verbessert und der Tour angepasst werden.

 

5 Gedanken zu „Burgenland Extrem 2018 Rückblick

  1. Pingback: Neusiedlersee Campingplatz Oggau Kurztrip - OutBears CampingOutBears Camping

  2. Sehr cool, dass du es durchgezogen hast! Ich musste bislang zwei Mal in Apetlon aufgeben (Knie, gnadenlose Müdigkeit), irgendwann werde ich mir das gesamte Ding mal geben. Und ja: Die Labestationen sind echt teilweise mies, wenn man was energiereiches sucht.
    LG, Martin

    • Danke Danke. Ich glaube, ich habe öfter ans Aufgeben gedacht als ans weiter machen. Und im Nachhinein wer es wahrscheinlich auch besser gewesen. Meine Beine und Füße vertragen den Asphalt einfach nicht. Meine Sprunggelenke sind heute noch leicht matschig 😀 .

  3. Ein schöner Leidensbericht. Sind bis Apetlon gekommen. Meiner Meinung waren die Labestationen wirklich nicht besonders. Auf Facebook werden die nur gelobt.
    .Tolle Leistung!!

    • Vielen Dank 🙂 ! Vielleicht werden die Labestationen in den nächsten Jahren ja besser. Man kann hoffen.

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