Bänderriss im Sprunggelenk, was tun und wie trainieren?

Was normal schon echt scheiße ist, ist für Läufer noch beschissener. Eine Bandverletzung muss man ausheilen lassen um eine erneute Überdehnung oder einen erneuten Riss tunlichts zu vermeiden. Vor gut sechs Wochen war ich der Glückliche, ich hab mich beim Bergab lauf etwas umgesehen hat und bin dabei umgeknickt. Im selben Moment hörte ich noch ein schön lautes knacken und da war es auch schon vorbei.

Nun da auch ich mit dieser Verletzung im Sprunggelenk gesegnet wurde, wollte ich in diesem Post meinen Weg und meine Erfahrungen niederschreiben. Vielleicht kann ich so jemandem weiter helfen, der sich die gleichen Fragen gestellt hat. Natürlich kann ich hier nur von mir selbst aus der Sicht des Patienten berichten. Ich bin auch kein Arzt oder Mediziner.

Zuhause hab ich dann gleich mal Eis draufgepackt und gehofft das es besser werden würde. Aber im Gegenteil, mein Fuß wurde immer blauer und dicker. Also ab ins Krankenhaus und einmal anschauen lassen. Nach dem Röntgen meinte der Arzt, dass eine erhöhte Aufklappbarkeit besteht, was bedeutet, dass sich mein Sprunggelenk weiter nach innen biegen lies als es sein sollte. Dies bedeutet, dass mein Band im Sprunggelenk zumindest eingerissen ist. Genau sagen kann man das aber nur durch eine Magnetresonanztomografie (MRT). Da die Behandlung heutzutage meist die gleiche ist, nämlich nichts, egal ob das Band ab- oder eingerissen ist, hab ich kein MRT machen lassen. Ich denke aber hier ist jeder Fall individuell zu betrachten. Im Moment wird so eine Verletzung nur mit Schonung und Orthese behandelt.

Bänderriss im Sprunggelenk ,Bänderriss im Knöchel

So jetzt bin ich mit meinem Verband zuhause gesessen und habe darauf gewartet, dass sich die Schwellung wieder zurückbildet, um mir vom Orthopäden eine Orthese zu holen, die ein erneutes Umknicken verhindern soll. Das wäre der Supergau. In dieser schonenden Zeit ging es richtig bergab. Alles dreht sich im Kopf nur mehr um eine Frage!

Wann kann ich wieder trainieren und wann wieder voll belasten? 

Dank des Orthopäden und die von ihm erhaltene Orthese konnte ich wieder mit den Hunden etwas spazieren gehen. Das war es auch schon wieder. Ich habe gegen die Schwellung und die Schmerzen dann noch ca. 5 Liter Salbe verschmiert und so oft es ging das Bein etwas hochgelagert. Ich glaube nicht, dass die Salben in irgend einer Weise, außer meinem mentalen Zustand, geholfen haben. Aber da hat auch jeder seine eigenen Erfahrungen.

Bänderriss im Sprunggelenk ,Bänderriss im Knöchel

Nach drei Wochen konnte ich dann schon wieder ein bisschen laufen, aber viel Sinn machte das nicht. Der Fuß tat mir weh und ich dachte ich verliere mit jeder Minute die ich nicht laufen würde jegliche hart antrainierte Kondition und mein Tempo. Ich war am Verzweifeln, da ich mich schon für diverse Laufveranstaltungen angemeldet hatte und nun mit einer großen Unsicherheit konfrontiert war.

Meiner Meinung ist das bei einer solchen Verletzung auch der schlimmste Punkt. Mental kann das schon ganz schön mitnehmen. Man hat immer das Gefühl nach einer längeren Zwangspause bei Null anzufangen. Das ist aber absoluter Schwachsinn. Ich selbst bin auch einer dieser Typen, die immer wieder glauben, dass nach einer mehrwöchigen Zwangspause alles wieder auf Null gesetzt wird. Das ist aber nicht der Fall. So schnell baut der Körper nicht ab.

Ich habe aber immer versucht zu trainieren, konnte ich nicht laufen, bin ich mit dem Fahrrad gefahren und konnte ich nicht Fahrrad fahren bin ich gehend meine Trails abgegangen. Das hilft dir nicht nur psychisch, auch die Verletzung heilt so schöner aus. Nichts tun ist absolut der Falsche Ansatz. Bald konnte ich dann auch wieder auf das Balance Board und Pistal Squats machen. Das hat mich dann wieder aus meinem Loch gezogen und zwei Wochen drauf bin ich auch schon wieder gelaufen.

Nach nun sechs Wochen bin ich schon wieder einige Male unterwegs gewesen und auch längere Trails gelaufen. Einmal Hausberg und zurück mit 20km und 1300hm waren schon wieder möglich. Die Zeit war natürlich nicht die Beste, aber das war oder ist mir völlig egal. Hauptsache ich kann wieder Laufen.

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Eines hätte ich fast vergessen, ab der zweiten Woche bin ich im Wald immer mit Zehenschuhen unterwegs gewesen. Anfänglich bin ich damit nur gegangen, bis ich merkte, dass ich schon wieder vorsichtig laufen könnte. Seit der zweiten Woche habe ich diese Zehenschuhe nun mindestens bei einer Trainingseinheit die Woche getragen.

Jetzt in der siebenten Woche war ich noch mal im Krankenhaus bei der Nachkontrolle. Bis jetzt schaut alles ganz gut aus und ich darf auch wieder offiziell trainieren und laufen. Ich bin aber gespannt wie lange ich noch mit der Schwellung kämpfe und ab, wann sich wieder alles normal anfühlt.

Fast ein Jahr später

Fast ein Jahr ist nun vergangen und ich kann wieder uneingeschränkt trainieren. Die Sicherheit auf Downhills hab ich allerdings erst sehr spät wieder gefunden. Ich muss immer noch darauf achten nicht umzuknicken. Die Schwellung ist so gut wie nicht mehr zu sehen, also kann man sagen

Ende gut, alles gut

Der Körper braucht einfach zeit so einen großen Schaden wieder zu reparieren. Das aller wichtigste ist alles Abklären zu lassen und auf seinen Körper zu hören.

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